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Maquet

Dem Herz-Kreislauf-System auf der Spur

Um seine Produkte zu serialisieren und damit auf Einzelartikelebene rückverfolgen zu können, setzt der Medizintechnikhersteller Maquet auf eine barcodegestützte Scanner-Lösung. Realisierungspartner ist der Auto-ID-Spezialist AISCI Ident.

Die logistischen Anforderungen in der Gesundheitsbranche werden immer vielschichtiger. Auch das Thema Compliance spielt eine zunehmend wichtige Rolle – insbesondere im internationalen Austausch. So müssen alle Hersteller von Medizinprodukten, die ihre Erzeugnisse in die USA exportieren, ein Qualitäts-Managementsystem (QM-System) aufrechterhalten, das den Anforderungen des „Code of Federal Regulations (CFR) Title 21“ entspricht. Die Anforderungen an das QM-System decken dabei die verschiedensten Bereiche ab, unter anderem Produktions- und Prozesskontrollen, Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen, Produktentwicklung sowie Management-Verantwortung. Und es gilt vor allem auch für die Entwicklung, Produktion, Verpackung, Lagerung und Installation der Geräte. Um solche Inspektionen leichter und prozesssicher durchführen zu können, ist es für Maquet wichtig, die Produkte für die Ausstattung von Operationssälen zu serialisieren und damit auf Einzelartikelebene rückverfolgen zu können.

Transparenz bis auf Einzelartikelebene

„Heute sind wir in der Lage, ganz genau sagen zu können, auf welcher Anlage sich welches unserer 1.500 Produkte befindet“, sagt Maquet-Projektleiter Stefan Kienzle. „Diese Transparenz, die wir zuvor so nicht hatten, ist für uns sowohl intern für die Optimierung der Prozessabläufe sehr wichtig als auch zur Erfüllung externer Audits.“ Durch das nun mögliche Tracking auf Einzelartikelebene ist auch die Rückverfolgung defekter Produkte auf einzelnen Anlagen kein Problem mehr. Das Scannen via Barcode und der Ausdruck über verbundene Drucker ist darüber hinaus deutlich weniger fehleranfällig als das früher praktizierte Arbeiten mit Stift und Zettel. Scanner und Drucker kommen vom Hersteller Zebra Technologies.

Insgesamt neun hochauflösende Etikettendrucker „Zebra 110X14“, zwei UHF-RFID-Drucker gleichen Typs sowie 40 kabelgebundene Handscanner und zwei funkgesteuerte Scanner „Zebra DS3608“ kommen bei Maquet zum Einsatz. „Die Anbindung der Geräte in die bestehende IT-Infrastruktur unseres Kunden verlief weitgehend problemlos“, sagt AISCI-Projektleiter Sascha Radovic. „Unser Beitrag in diesem Projekt lag neben der konkreten Umsetzung vor allem in der Geräteauswahl.“ Hier braucht man Know-how und Erfahrung, damit die Hardware bestmöglich zu den Anforderungen des Kunden passt. „Geholfen hat uns bei der Realisierung, dass Maquet schon vorher leistungsfähige Prozesse etabliert hatte und wir mit unserem Projekt nicht komplettes Neuland betreten mussten“, so Radovic.

Die zu verwendenden Serien-Nummern werden im SAP-System erzeugt und über eine Schnittstelle automatisch an die Drucker übermittelt. „Unsere Kunden profitieren davon, dass sie uns nur noch die Serien-Nummern liefern müssen und dann die Zuordnung zu einem Batch einfach möglich ist“, ergänzt Stefan Kienzle. „Der Support von AISCI hat dabei sehr gut funktioniert, und auch das Preis-Leistungsverhältnis hat gepasst.“

Bis Ende des Jahres alle Produktbereiche anbinden

Im September 2017 wurde die neue Lösung bei Maquet eingeführt und das erste Produkt, das sogenannte Quart, via Scanner an die Etikettendrucker angebunden. Dieser arterielle Filter sorgt für leichte Handhabung, die effiziente Eliminierung von Luftblasen und Teilchen sowie für bessere Sichtbarkeit. Das Entfernen von Luftblasen aus dem arteriellen Filter Quart erfolgt in nur zwei einfachen Schritten: zunächst werden die Luftblasen aus den Vorfilterkammern und anschließend aus den Nachfilterkammern entfernt.

Für den komplexeren Produktbereich der HLS Set Advanced ist ebenfalls bereits alles vorbereitet. Dieser Teil eines Herz-Kreislauf-Unterstützungssystems bietet vollständige Überwachung und wurde speziell für die sogenannte veno-venöse oder veno-arterielle, außerhalb des Körpers angebrachte Unterstützung entwickelt. Das System wird durch Cardiohelp, die kleinste Herz-Lungen-Maschine der Welt, mit Strom versorgt und vereint Benutzerfreundlichkeit und Patientensicherheit. Bis Ende des Jahres sollen alle Maquet-Produkte per Scannerlösung an die Etikettendrucker angebunden sein – und in einer weiteren Ausbaustufe dann auch an die RFID-Drucker.

Über Maquet

Der Medizintechnikhersteller Maquet mit Sitz in Rastatt ist eine Tochtergesellschaft der börsennotierten schwedischen Getinge Group AB. Die Maquet GmbH konzipiert, entwickelt und vertreibt innovative Therapie- und Infrastrukturlösungen für Akutbereiche im Krankenhaus - wie Operationssaal (OP), Hybrid-OP/Katheterlabor und Intensivstation (ITS) sowie Patiententransporte innerhalb des Krankenhauses. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro und hat einschließlich der Tochterunternehmen weltweit etwa 7.000 Mitarbeiter. Fertigungslinien befinden sich an insgesamt elf Standorten in Deutschland, Frankreich, Schweden, der Türkei, China (Suzhou) und den USA. 

maquet.com

Dieser Bericht ist erschienen in ktm - Krankenhaus Technik + Management 5/2018

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